
Die Sonne begrüßte uns zu einem der ersten wärmeren Tag dieses Jahr. Aber wir zogen, wie so oft, in die Halle ein und bekamen davon nicht viel mit. Es war mal wieder ein besonderes Seminar, Claudias Prüfung. Sie sollte heute in sechs Stunden zeigen, dass sie bereit ist, Instruktor zu sein. Es war unsere zweite Schwarzgurtprüfung.
Claudia übernahm also und startete mit Theorie. Das hatten wir in dieser Form noch nie gemacht und sie hatte sich hervorragend darauf vorbereitet. Auf einem großen, selbst gemalten, Blatt erklärte sie uns den Aufbau der Peitsche und die Entstehung der doppelten Schallgeschwindigkeit beim Knallen. Nicht nur für die zum ersten Mal Teilnehmenden war das sehr interessant. Wir hatten, extra wegen Claudia, zahlreichen Besuch aus Rümpel und Travemünde, sodass die Halle gut gefüllt war.
Dann zeigte sie für alle ein paar ausgesuchte Grundbewegungen. Jeder übte und konnte sich bei ihr nochmal ansehen, wie es richtig funktioniert. Sie demonstrierte und erklärte sehr gut, so wie es in einer Prüfung sein muss. Nach einer ersten Pause ging es in die zweite Runde. Die begann wieder mit Theorie. Jetzt behandelten wir die Form und wieder hatte sie sich viel Mühe gemacht, um das Schrittmuster zu erklären und bildlich darzustellen. Dann teilte sie die Gruppe. Sie blieb bei den Anfängern und übte nun Formelemente. Ich übernahm die Fortgeschrittenen und arbeitete mit jedem an seiner bis dahin erlernten Stelle. Claudias Bild diente immer wieder, um Theorie und Praxis abzugleichen. Ihre Gruppe übte intensiv an einzelnen Formbewegungen. Dabei nahm sie sich für jeden Zeit, um immer wieder zu erklären und zu korrigieren.
Für die zweite Hälfte des Seminars bauten wir in der Pause einen Art Jahrmarkt auf. Claudia hat sich mit viel Kreativität einige Stationen ausgedacht, wo jeder seine Treffgenauigkeit ausprobieren konnte. So gab es eine Luftballonwand, eine Becherpyramide, das Jenga-Spiel, Bälle auf Flaschen treffen und Pappfiguren, wie bei einem Luftgewehrstand, treffen. Alles war wie auf einem Jahrmarkt nachempfunden. Eine wirklich hervorragende Idee, die Claudia da umgesetzt hat. Sie teilte alle in kleine Gruppen auf. Jede Gruppe tobte sich an einem Stand aus und wechselte dann immer weiter. Ein herrliches Spektakel. Allen war der Spaß und die Herausforderung, gute Treffer zu erzielen, anzusehen. So vergingen vier Stunden im Flug und die erste Abteilung der Prüfung war sehr erfolgreich bestanden. Der körperlich anstrengende Teil sollte nun folgen.
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